Am 7. Mai 2026 fand auf Initiative und unter Mitwirkung von Vertretern des Bündnisses Hamelner Erklärung ein überregionaler fachlicher Austausch von Kommunen, Landkreisen und Beratern statt, die vom Vorhaben Rhein-Main-Link betroffen sind. Ziel des Treffens war es, Erfahrungen aus den laufenden Planungs- und Genehmigungsverfahren auszutauschen, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und die Zusammenarbeit der betroffenen Kommunen zu stärken.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen insbesondere Umweltbelange, die Bewertung von Trassenalternativen sowie die Beteiligungsmöglichkeiten der betroffenen Kommunen. Mehrere Teilnehmer berichteten von Konflikten mit Wasserschutzgebieten und Waldflächen. Dabei wurde deutlich, dass die aktuellen gesetzlichen und planerischen Rahmenbedingungen die Berücksichtigung solcher Schutzgüter teilweise einschränken. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass Umweltbelange bereits in früheren Verfahrensschritten ausreichend behandelt worden sein müssen, um später im Planfeststellungsverfahren noch wirksam eingebracht werden zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Prüfung alternativer Trassenführungen. Zahlreiche Teilnehmer äußerten Zweifel an der Transparenz und Nachvollziehbarkeit der bisherigen Bewertungen. Kritisiert wurde insbesondere, dass Entscheidungen über Trassenverschiebungen oder verworfene Alternativen häufig nicht ausreichend erläutert werden.Dies erschwert die Akzeptanz vor Ort und führt zu zusätzlichem Informationsbedarf bei Kommunen und Bürgerinnen und Bürgern.

Darüber hinaus wurde die rechtliche Situation der Kommunen diskutiert. Die beteiligten Rechtsberater machten deutlich, dass Gemeinden im Vergleich zu privaten Grundstückseigentümern nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, Planungsentscheidungen gerichtlich überprüfen zu lassen. Vor diesem Hintergrund wurde die Bedeutung einer abgestimmten Vorgehensweise und eines engen Austauschs zwischen den betroffenen Kommunen hervorgehoben.

Auch mögliche Auswirkungen des Rhein-Main-Link auf die regionale Entwicklung erneuerbarer Energien wurden thematisiert. Diskutiert wurden insbesondere Wechselwirkungen mit Windenergie- und Photovoltaikprojekten sowie die Herausforderung, den Netzausbau mit regionalen Planungszielen in Einklang zu bringen.
Ein wesentliches Ergebnis des Treffens war die gemeinsame Einschätzung, dass die Kommunikation des Vorhabenträgers Amprion gegenüber den betroffenen Kommunen weiter verbessert werden sollte. Insbesondere die fachlichen und planerischen Gründe für Trassenentscheidungen, Alternativenprüfungen und Bauweisen sollten transparenter dargestellt werden, um Nachvollziehbarkeit und Vertrauen zu stärken.

Die Teilnehmer vereinbarten, den fachlichen Austausch fortzusetzen und gemeinsame Positionen zu zentralen Fragen des Planfeststellungsverfahrens weiterzuentwickeln.